Physiotherapie Zentrum Unna 

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Fluch und Segen zugleich Antibiotika helfen bei Krankheiten – und schaden gleichzeitig

Fluch und Segen zugleich

Antibiotika helfen bei Krankheiten – und schaden gleichzeitig


Penicillins 1928 sind Antibiotika zu einem der wichtigsten Instrumente in der Behandlung von Infektionskrankheiten geworden, sie zählen zu den am häufigsten verordneten Arzneimitteln. Doch Antibiotika sind Fluch und Segen zugleich. „Antibiotika bekämpfen Bakterien, indem sie diese abtöten oder ihre Vermehrung und ihr Wachstum hemmen“, erklärt Heilpraktiker Christian Kurz (Foto). Dementsprechend könne man Antibiotika überall dort verwenden, wo Bakterien Ursache für eine Krankheit sind. „Das trifft zum Beispiel bei Lungenentzündung, Borreliose, Darmerkrankungen, Hauterkrankungen, Blutvergiftung und Harnwegsinfektionen zu.“ Aber der Heilpraktiker beobachtet einen gefährlichen Trend. „Antibiotika werden häufig auch dann verschrieben, wenn gar keine bakteriellen Erreger Ursache für die Krankheit sind.“ Bei einer Krankheit, die durch Viren hervorgerufen wird, zum Beispiel bei einer Virusgrippe, seien Antibiotika in der Regel wirkungslos. „Sie werden aber verordnet, um eine sogenannte Superinfektion zu vermeiden. Das bedeutet, dass sich zusätzlich zu den Viren nicht auch noch Bakterien ablagern“, so der Heilpraktiker. Christian Kurz macht ein grundlegendes Problem aus. „Ich erlebe es oft, dass nicht untersucht wird, ob ein Bakterium und wenn ja, welches Ursache für die Krankheit ist. Häufig werden dann Breitband-Antibiotika verschrieben. Diese bekämpfen ein sehr breites Spektrum von Bakterien.“ Ein Antibiotikum vom Arzt mehr oder weniger verschrieben, was schadet das schon, wenn es doch S die Krankheit bekämpft, mag der ein oder andere Patient denken. Doch Christian Kurz warnt davor, die Gefahr von häufigem Antibiotika-Einsatz zu unterschätzen: „Wenn immer wieder Antibiotika genommen werden, ohne dass sie notwendig sind, kann der Mensch eine Resistenz entwickeln. Wenn ein Antibiotikum dann irgendwann wirklich notwendig ist, wirkt es unter Umständen nicht mehr.“ Darm wird nachhaltig geschädigt Gleichzeitig wird der Körper über einen langen Zeitraum geschädigt. „Die Krux bei Breitband-Antibiotika ist, dass sie nicht zwischen „bösen“ und „guten“ Bakterien unterscheiden können. Sie sollen die bösen abtöten, töten aber gleichzeitig die guten mit ab“, erklärt Christian Kurz. Besonders viele dieser „guten“ Bakterien befinden sich im Darm. Insgesamt verfügt der Darm über 100 Trillionen Bakterien. „Die Bakterien im Darm schaffen in ihm ein Milieu, das gut für sie und für den Menschen ist. Sie beeinflussen unser Immunsystem, unseren Stoffwechsel, unser Altern und unsere Leis

tung“, erklärt Christian Kurz die Funktion. Jede Antibiotikagabe reduziert die Vielfalt der Darmflora nachhaltig. „Da der Darm der größte Baustein des menschlichen Immunsystems ist, hat das weitreichende Folgen“, warnt Kurz. „Ein normal reagierendes Immunsystem bekämpft Eindringlinge, wie zum Beispiel Viren, Bakterien, Pilze aber auch andere körperfremde Stoffe in den meisten Fällen, ohne dass dies zu Krankheiten führt. Als harmlos erkannte Substanzen werden nahezu ignoriert. Ein gestörtes Immunsystem dagegen antwortet auf solche an sich harmlose Substanzen übertrieben stark – zum Beispiel mit einer allergischen Reaktion.“ Folgen können Heuschnupfen, allergisches Asthma oder Neu

rodermitis sein. Damit der Darm bei der Einnahme von Antibiotika so wenig Schaden wie möglich davonträgt, rät der Heilpraktiker: „Schon während der Einnahme von Antibiotika sollte man mit einer Darmsanierung beginnen. Gesunde Bakterien aufnehmen Da durch die Gabe von Antibiotika die guten Bakterien im Darm absterben, ist es wichtig zu verhindern, dass die Darmflora in ein Ungleichgewicht fällt. Von daher sollte man unmittelbar mit der Einnahme von dem Antibiotikum beginnen, gesunde Bakterien aufzunehmen.“ Dies kann durch die Einnahme von Probiotika in Form von Kapseln, Pulver oder Drinks erfolgen, die zur Regeneration, Erhaltung und zum Aufbau der gesunden Darmschleimhaut und der Darmflora eingesetzt werden. Kurz empfiehlt, das Probiotikum für mindestens einen Monat nach der Absetzung des Antibiotikums weiterzunehmen.


Kopfschmerz, lass nach

Was tun bei Kopfschmerzen?

 

Kopfschmerzen sind eine der häufigsten Gesundheitsstörungen in der Bevölkerung. Fast 70 Prozent der Bundesbürger leiden zeitweise, 18 bis 20 Prozent sogar chronisch unter Kopfschmerzen. Besonders der Herbst mit seinen instabilen Wetterlagen, sorgt für ein erhöhtes Schmerzrisiko.

 


Was viele aber nicht wissen, ist, dass der Kopfschmerz keine eigenständige Krankheit ist, sondern ein Symptom, ein Warnsignal, dass im Körper irgendetwas nicht in Ordnung ist“, erklärt Physiotherapeut Dennis Krahn, der in seiner Praxis tagtäglich mit Kopfschmerzpatienten zu tun hat. Bei Kopfschmerzen wird nicht nur zwischen mehr als 100 verschiedenen Formen unterschieden, sondern zwischen primären und sekundären Kopfschmerzen. Primäre Kopfschmerzen sind Fehlinterpretation von Schmerzinformationen im Gehirn, bestimmte Nervenfasern werden fälschlich aktiviert. Außerdem zählen hierzu Migräne mit und ohne Aura (z.B. Sehstörungen), Spannungskopfschmerzen oder Clusterkopfschmerzen. „Bei sekundären Kopfschmerzen treten die Schmerzen als Symptom einer anderen Grunderkrankung auf. Das können zum Beispiel Erkältung, Kopfverletzungen, Periode, Nervenschmerzen oder der SchmerzmittelKopfschmerz sein“, so Dennis Krahn. Weiterhin unterscheidet der Physiotherapeut zwischen akuten und chronischen Kopfschmerzen. Mögliche Ursachen für akute Kopfschmerzen können Knochenentzündung, akute Sinusitis, Arthrose des Kiefergelenkes, Zahnerkrankungen, Schleudertrauma, Unterzuckerung, Wetterempfindlichkeit, Meningitis, Alkohol-, Nikotin- oder

Medikamentenintoxikation (v.a. durch Einnahme von Schmerzmitteln über einen längeren Zeitraum), Schleudertrauma oder schwangerschaftsinduzierte Hypertonie sein. Ursachen für chronische Kopfschmerzen sind Mittelohrentzündung, Fehlsichtigkeit (z.B. falsche Brille), Medikamente (z.B. Digitalis, die Pille), muskulärer Schiefhals, Hyperthyreose, chronische Gastritis, Anämien, Herzinsuffienz, Hypertonie, Hypotonie, Bandscheibenschäden im Bereich der Halswirbelsäule, Menstruation oder Klimakterium (Wechseljahre).

Aufmerksam sollte man werden, wenn ohne erkennbare Ursache ungewohnte Kopfschmerzen, Dauerkopfschmerzen oder schlagartig starke Kopfschmerzen auftreten und der Schmerz streng lokalisiert und seitenkonstant ist. Wenn dann auch noch neurologische Begleitsymptome wie Seh-, Hör- oder Sprachstörungen vorliegen, können das Zeichen für eine Hirnblutung, einen Hirntumor, ein Hirnödem oder einen anderen bösartigen Prozess sein und müssen schnellstmöglich durch einen Arzt abgeklärt werden. „Das wichtigste Alarmzeichen allerdings ist der schlagartige Kopfschmerz mit Erbrechen, Bewusstseinstrübung beziehungsweise sogar Bewusstlosigkeit. Das ist ein absoluter Notfall, der durch eine akute Hirnblutung, z.B. durch ein Aneurysma, ausgelöst werden kann“, warnt Dennis Krahn davor, starke Kopfschmerzen einfach auszuhalten. Sein Rat: Lieber einmal mehr den Arzt aufsuchen. Zur Diagnostik ist eine ausführliche Untersuchung wichtig, da Kopfschmerzen meist

Physiotherapeut Dennis Krahn

ein Symptom einer anderen Erkrankung sind. „Der Arzt sollte nach Lokalisation, Schmerzcharakter, Verlauf, Auslöser, Begleitsymptomen, familiärer Häufung, Medikamenteneinnahme, bisheriger Diagnostik und Therapie fragen“, gibt Dennis Krahn Patienten mit auf den Weg zum Arzt. Eine besonders tückische, häufige und zudem sehr belastende Variante ist die Migräne: Klopfende, pochende Schmerzen, die meistens auf einer Seite des Kopfes anfallsartig auftreten und bei Anstrengung an Intensität zunehmen, machen Betroffenen das Leben mehr als schwer. Oft werden die Symptome von Übelkeit und Erbrechen, Lichtempfindlichkeit, Müdigkeit, Gereiztheit und neurologischen Störungen, wie einem Flimmern vor den Augen, begleitet. Selbst Lähmungen und Sprachstörungen sind möglich, die sich jedoch allesamt zurückbilden. Die Dauer einer Attacke kann Stunden bis Tage dauern. Vorboten, wie beispielsweise das Gefühl der Erschöpfung, kündigen den Anfall häufig schon an. „Während einer Attacke ist an Arbeiten, an ein harmonisches Familienleben oder die Begeisterung für ein Hobby meist nicht zu denken“, weiß Dennis Krahn. Migräneattacken können durch bestimmte Nahrungsmittel, Alkohol oder Medikamente, Unterzuckerung, psychische Faktoren (z.B. Belastung, aber auch Entlastung, etwa am Wochenende), physikalische Einflüsse (z.B. Lärm, Flackerlicht) oder die Menstruation ausgelöst werden. Unterschieden wird zwischen Migräne ohne Aura und Migräne mit Aura. Bei der Migräne ohne Aura bestehen lediglich vegetative Begleitsymptome, z.B. Übelkeit und Erbrechen, sowie Licht- und Geräuschüberempfindlichkeit. Bei der Migräne mit Aura kommt es vor der Kopfschmerzattacke zu kurzzeitigen neurologischen Funktionsstörungen, z.B. Sehstörungen, Sensibilitätsstörungen oder seltener zu Lähmungen. Da Kopfschmerzen meist ein Symptom einer anderen Erkrankung sind, ist für eine langfristig effektive Therapie

eine ausführliche Diagnostik erforderlich. „Um die Kopfschmerzen zu lindern, werden oft Beta-Blocker oder Schmerzmittel eingesetzt“, so Dennis Krahn. Hier sei allerdings zu beachten, dass Schmerzmittel nur die Beschwerden kurzfristig lindern und den Magen angreifen können, warnt der Physiotherapeut. Als Alternative zu den gängigen Schmerzmitteln empfiehlt Dennis Krahn pflanzliche Mittel, wie zum Beispiel Pestwurz und Mutterkraut. „Diese müssen allerdings prophylaktisch angewendet werden.“ Ein weiterer wichtiger Aspekt der Therapie ist es, die auslösenden Faktoren für Kopfschmerzen auszumachen. Das kann bedeuten, die schmerzauslösenden Nahrungs- und Genussmittel zu kennen und nach Möglichkeit zu meiden. Weitere Therapieansätze wären Heilfasten und Maßnahmen zur Stressbewältigung wie z.B. Yoga, Entspannungstraining oder Sport. Da Kopfschmerzen auch häufig ein Symptom für Störungen der Halswirbelsäule sind, kann auch mithilfe von Physiotherapie und Manueller Therapie Verbesserung erzielt werden. Eine weitere Behandlungs

methode bei Kopfschmerzen ist die Akupunktur, da sie sowohl die Energie aus dem Kopf ziehen kann, als auch das ursächliche Organ mit therapieren kann.

 


Cannabis gegen chronische Schmerzen

Cannabis gegen chronische Schmerzen

Heilpraktiker Christian Kurz spricht im Hellweger Anzeiger.

Unna. Patienten, die schwer krank sind und unter Schmerzen leiden, können künftig Cannabis-Arzneimittel auf Rezept erhal-

ten. Das entsprechende Gesetz ist am 1. März in Kraft getreten. Die Kosten werden von den gesetzlichen Krankenkassen über-

nommen.

 

 

Heilpraktiker und Physiotherapeut Christian Kurz spricht im Interview über die Wirkung von medizinischem Cannabis und erklärt, warum er den Gesetzesbeschluss für längst überfällig hält.

 

Bei welchen Krankheiten kann Cannabis angewendet werden?

 

Cannabis soll bei schwerkranken Patienten zur Anwendung kommen, allerdings gibt es laut Gesetz keine exakte Definition, bei wel-

chen Krankheitsbildern Cannabis eingesetzt wird. Helfen kann es bei schweren Erkrankungen wie zum Beispiel AIDS, Krebs, Spastiken, Migräne, Rheuma, multipler Sklerose, ADHS, Alzheimer, Morbus Crohn, Glaukom (Grüner Star), Asthma, Arth-

ritis, Menstruationsschmerzen, Allergien, Juckreiz, chronischem Schluckauf, Tinnitus, Darmreizungen, Tourette-Syndrom, Depressi-

onen sowie bei einer Vielzahl von chronischen Erkrankungen. Des Weiteren kann Cannabis dafür einge-

setzt werden, um die Nebenwirkungen von Chemotherapien zu lindern.



 

Bei welchen Patienten kommt Cannabis als Medikament nicht in Frage?

 

Cannabis sollte in der Regel nicht bei schwangeren und stillenden Frauen, Kindern vor der Pubertät, Menschen mit Psychosen oder Schizophrenie oder bei Patienten mit Herzerkrankungen einge-

setzt werden. Egal aber ob mit oder ohne Vorerkrankung, die Einnahme von Cannabis sollte immer unter Absprache und begleitend

mit einem Arzt durchgeführt werden.




Welche Wirkung hat Cannabis als Medikament?

 

Die beiden wichtigsten Inhaltsstoffe sind Delta-9-Tetrahydrocannabinol (THC) und

Cannabidiol (CBD). Ihnen wird unter anderem eine schmerzlindernde, entzündungshemmende, appetitanregende und krampflösende Wirkung zugeschrieben.

Cannabis hellt die Stimmung auf, entspannt die Muskulatur, lindert Schmerzen, erweitert die Bronchien, fördert den Appetit, senkt den

Augeninnendruck und hemmt Übelkeit. Die Kombination aus positiven Einflüssen sowohl auf die Psyche, als auch auf den Körper machen Cannabis so interessant

als Schmerzmittel. Es entspannt Muskeln und hemmt Schmerzimpulse und hellt

gleichzeitig aber auch die Stimmung der Patienten auf. Langfristig können Schmerzen sogar seltener bis gar nicht mehr auftreten, da das sogenannte „Schmerzge-

dächtnis“, welches sich im Laufe der Jahre entwickelt hat, durch die Einnahme von

Cannabis wieder gelöscht werden kann.

 



Und warum galt Cannabis lange als Tabu, wenn es um den medizinischen Nutzen geht?

 

Der medizinische Nutzen ist schon lange anerkannt, weshalb seit Mai 2011 auch zu-

gelassene Fertigarzneimittel auf Cannabisbasis in Deutschland hergestellt und von Ärzten auf Betäubungsmittelrezept verschrieben werden dürfen. Jedoch galt diese Ausnahme nur für Pati-

enten die an Multipler Sklerose erkrankt sind. Cannabis galt lange als Tabuthema, da THC und andere in Cannabismedikamenten befindliche Wirkstoffe mit vielen Vorur-

teilen verbunden sind und damit Ärzte wie Patienten verunsichert haben.

 


Besteht die Gefahr, dass Cannabis als Einstiegsdroge für härtere Drogen dient?

 

Die Gefahr, dass Cannabis als Einstiegsdroge für härtere Drogen gilt, halte ich für sehr gering. Im therapeutischen Gebrauch sind Cannabiswirkstoffe so dosiert, dass ein richtiger Rausch gar nicht oder nur in stark abgeschwächter Form auftritt. Daher machen Cannabismedikamente auch nach längerem Gebrauch nicht süchtig. 

Eventuelle Nebenwirkungen verschwinden in der Regel vollständig, sobald das Medi-

kament abgesetzt wurde. Meist ist medizinisches Cannabis aber so dosiert, dass es kaum zu einer Beeinträchti-

gung kommt.

 

Was ist der Unterschied zwischen medizinischem Cannabis aus der Apotheke und Cannabis vom Straßenhändler?

 

Der Unterschied liegt darin, dass beim medizinischen Gebrauch die Cannabiswirkstoffe in abgeschwächter Form vorliegen und ein richtiger Rausch so nicht, oder nur in abgeschwächter Form entstehen kann. Cannabis vom Straßenhändler hat meist eine deutlich höhere Dosierung dieser Wirkstoffe oder kann mit anderen Substanzen gestreckt sein. Daher ist die Wahrscheinlichkeit für Langzeitschäden hier auch deutlich höher. Des Weiteren wird das medizinische Can-

nabis auch unter medizinischen Be-

dingungen produziert und muss auf Zusammensetzung und Wirkstoffgehalt getestet worden sein. 



Wie stehen Sie als Heilpraktiker und Physiotherapeut zum Gesetzesbeschluss?

 

Ich persönlich finde es gut, dass Canna-

bis als Medizin freigegeben wurde. Denn medizinisches Cannabis kann die Lebensqualität von schwer kranken oder unheilbar kranken Menschen deutlich verbessern. Natürlich hat auch Can-

nabis Nebenwirkungen, jedoch muss man bedenken, dass starke Schmerzmittel wie Morphine oder Tilidin mit schweren Nebenwirkungen einhergehen können.

 

 

 

 

 

 

 

 

Immer eine Einzelfallentscheidung

Keine allgemeine Zulassung bei Cannabis


Seit März können Ärzte ihren Patienten auf Kosten der Krankenkasse Cannabis verschreiben. Eine Therapie mit den getrockneten Blüten der Cannabis-Pflanze sei aber nur im Einzelfall eine Option, erklärt Ursula Sellerberg von der Bundesapotheker-

kammer: „Es gibt keine allgemeine Zulassung wie bei Fertigarzneimitteln.“ Infrage kommt eine Verordnung von Cannabis-Blüten, wenn der Patient nicht anders behandelt werden kann – oder der Arzt der An-

sicht ist, dass es dem Patienten dank dieser Therapie deutlich besser geht. Helfen kann Cannabis zum Beispiel bei Schmerzen oder Übelkeit, die durch eine Krebstherapie verursacht werden, oder bei Multipler Sklerose. Wie genau die Abgabe des Wirkstoffs an den Patienten funktionieren soll, sei im Detail noch nicht geklärt, er-

klärt Sellerberg. Die Apotheken kaufen ihr zufolge Cannabis-Blüten zunächst über Zwischenhändler in den Niederlanden. Der Arzt kann die Cannabis-Blüten selbst oder den aus den Blüten isolierten Wirkstoff Dronabinol verordnen. „Bei manchen Patienten wirkt die komplette Blüten besser“, so Sellerberg. Damit sie ihre Wirkung entfalten können, müssen die Blüten allerdings erhitzt werden – zum Beispiel in einem Inhalator. Genaue Regelungen dazu würden gerade ausgearbeitet.

 

 

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Kampf der Schniefnase

Kampf der Schniefnase

Der Herbst ist Schnupfenzeit. Aber welche Medikamente helfen wirklich? Und gibt es pflanzliche Alternativen? Alle Jahre wieder: Die Nase läuft und läuft und läuft. Es folgen Niesattacken, Husten und Halsschmerzen. Es ist wieder Schnupfenzeit. Wer besonders viel Pech hat, muss sich auch noch mit Fieber und Kopf- und Gliederschmerzen plagen. Doch Gott sei Dank gibt es viele Hilfsmittel. „Als Therapie werden meist abschwellende Nasentropfen verschrieben“, weiß Heilpraktiker Christian Kurz. Allerdings sei zu beachten, dass abschwellende Nasentropfen gefäßverengende Substanzen enthalten, die die Schleimhaut austrocknen und somit die Sekretion unterdrücken. „Deshalb sollten abschwellende Nasentropfen nur maximal zwei Wochen eingenommen werden“, empfiehlt der Heilpraktiker. Als Alternative empfiehlt Kurz Nasenspülungen mit isotonischer Kochsalzlösung damit die Schleimhaut feucht gehalten und die Eindickung des Sekrets verhindert wird. Auch das Inhalieren von Meersalz habe sich als Maßnahme zur Schleimlösung bewährt. Des Weiteren kann man Nasensalben mit Pfefferminzöl oder Menthol anwenden. Sie stimulieren die Kälterezeptoren der Haut, wirken schleimlösend und erleichtern die Atmung. Nicht selten würden auch bei einfachem Schnupfen Antibiotika verschrieben. Da sich Antibiotika allerdings ausschließlich gegen Bakterien richten und die Ursache von Schnupfen meistens viral bedingt ist, zeigen Antibiotika hier keine Wirkung. Eher das Gegenteil sei der Fall: „Sie töten die gesunden Bakterien ab und schwächen das körpereigene Immunsystem noch mehr.“ Die einzige Ausnahme bei einem Virus ein Antibiotikum zu verschreiben sei, wenn der Verdacht einer bakteriellen Superinfektion bei einem ohnehin schon immungeschwächten Patienten besteht. Doch nicht nur mit Medikamenten, auch mit der Ernährung kann man einen Schnupfen maßgeblich beeinflussen: „Erkrankte sollten leichte und frische Kost bevorzugen“, rät Kurz. Um der Schleimeindickung vorzubeugen sollte ausreichend Flüssigkeit zugeführt werden. Doch Kurz warnt: „Milchprodukte sind zu meiden, sie fördern die Verschleimung noch.“ Generell sollten Schnupfnasen auf warme Füße achten, denn kalte Füße begünstigen nicht nur Erkrankungen der Nieren und des kleinen Beckens, sondern auch Erkrankungen im Kopfbereich, also der Nase und Nasennebenhöhlen. Sollte man zusätzlich zum Schnupfen noch „das Frieren in der Haut haben“ bieten sich wärmende Lebensmittel wie z. B. Kraftsuppen, Meerrettich und Pfeffer an, so der Experte. Wer mit pflanzlichen Mitteln für innere Wärme sorgen möchte, sollte auf Thymian, Lindenblüten, Zimt und Ingwer setzen. Bei Patienten mit Hitze und Fieber empfiehlt Christian Kurz kühlende Heilpflanzen, wie z. B. Pfefferminze, Kampher, Salbei oder Eukalyptus. Trotz Fieber oder Hitze rät Kurz davon ab, kalte Getränke zu sich zu entnehmen. „Zwar empfindet man kurzzeitig Linderung, allerdings wird durch die Kühlung der Blutfluss gedrosselt und die Erreger können sich im Körper besser ausbreiten.“ Vor einer beliebten Maßnahme gegen Erkältung kann der Heilpraktiker ebenfalls nur abraten: „Man sollte kein Vitamin C in überdosierter Form zu sich zu nehmen.“ Es gebe keine ausreichenden Hinweise und keine wissenschaftlichen Belege dafür, dass Nahrungsergänzungsmittel für gesunde Menschen sinnvoll sind und Erkältungen verhindern oder sogar verkürzen können. „Zudem kann der Körper nur ein gewisses Maß an Vitamin C aufnehmen, der Rest wird über den Urin ausgeschieden“, weiß Kurz. Als weiteren Kritikpunkt führt der Heilpraktiker an, dass Vitamin C enthaltene Orangen und Zitrusfrüchte den Organismus abkühlen, wodurch es dem Körper noch schwerer gemacht würde, gegen den Infekt anzukämpfen. 



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